Zahnstangen aus Vergütungsstahl: Warum C45 ideal ist

Zahnstangen aus Vergütungsstahl: Warum C45 ideal ist - WSP Präzision

Kaum ein Werkstoff ist im Maschinenbau so verbreitet wie C45 – und das aus gutem Grund. Für Zahnstangen bietet der Vergütungsstahl eine Kombination aus Festigkeit, Verschleißverhalten und Wirtschaftlichkeit, die andere Werkstoffe erst bei deutlich höheren Kosten erreichen. Wir erklären, was C45 auszeichnet und wann ein anderer Werkstoff die bessere Wahl ist.

Was ist C45?

C45 (Werkstoffnummer 1.0503) ist ein unlegierter Vergütungsstahl mit etwa 0,45 % Kohlenstoff. Die Bezeichnung „C+N" auf unseren Zahnstangen steht für den normalisierten Lieferzustand: Durch das Normalglühen entsteht ein gleichmäßiges, feinkörniges Gefüge mit einer Zugfestigkeit von rund 580 bis 700 N/mm².

Für Zahnstangen bedeutet das konkret:

  • Verschleißfestigkeit: Der Kohlenstoffgehalt sorgt für ausreichende Härte im Zahneingriff – wichtig für lange Lebensdauer im Dauerbetrieb.

  • Zerspanbarkeit: C45 lässt sich präzise fräsen. Das gleichmäßige Gefüge ist die Voraussetzung für saubere Zahnflanken in Verzahnungsqualität 8.

  • Härtbarkeit: Bei erhöhten Anforderungen kann die Verzahnung induktiv gehärtet werden – die Zahnflanken erreichen dann über 50 HRC, während der Kern zäh bleibt.

  • Schweißeignung: Mit Vorwärmen ist C45 schweißbar, etwa für Anbaukonstruktionen.

 

C45 im Vergleich zu anderen Zahnstangenwerkstoffen

42CrMo4 (1.7225): Der legierte Vergütungsstahl bietet höhere Festigkeit (vergütet über 1000 N/mm²) und bessere Durchhärtbarkeit. Sinnvoll bei hohen Vorschubkräften und stoßartiger Belastung – bei Standardanwendungen zahlt man den Aufpreis ohne spürbaren Nutzen.

Edelstahl 1.4305: Erste Wahl, wenn Korrosionsschutz gefordert ist – etwa in der Lebensmittel- oder Medizintechnik. In Härte und Verschleißfestigkeit liegt der Austenit jedoch unter C45. Unsere Edelstahl-Zahnstangen finden Sie im Shop.

POM (Kunststoff): Leicht, leise, korrosionsfrei und ohne Schmierung lauffähig – ideal für geringe Kräfte, Verpackungs- und Dosiertechnik. Für kraftübertragende Hauptantriebe ist POM nicht ausgelegt.

Toolox: Vorvergüteter Werkzeugstahl (vergleichbar 1.2312) für Sonderanfertigungen mit hoher Härte ohne Nachvergüten – auf Anfrage.

Einen direkten Herstellungsvergleich bietet unser Artikel Gefräste vs. gezogene Zahnstangen.

Wann ist C45 die richtige Wahl?

Als Faustregel: Wenn keine Korrosionsbeständigkeit gefordert ist und die Vorschubkräfte im üblichen Rahmen des allgemeinen Maschinenbaus liegen, ist C45 fast immer die wirtschaftlichste Lösung. Genau deshalb ist es unser Standardwerkstoff für gefräste Zahnstangen in Qualität 8.

Häufige Fragen

Rostet C45? Ja, C45 ist nicht korrosionsbeständig. Leicht eingeölt gelagert und in trockener Umgebung eingesetzt ist das unkritisch; für Feucht- oder Hygienebereiche empfehlen wir Edelstahl 1.4305.

Kann ich C45-Zahnstangen nachträglich härten lassen? Ja. Induktives Härten der Zahnflanken ist möglich und bei Verschleißanwendungen üblich – sprechen Sie uns vor der Bestellung an.

Was bedeutet C+N genau? „Normalisiert" – ein Wärmebehandlungszustand mit gleichmäßigem Gefüge, der Maßhaltigkeit beim Fräsen und reproduzierbare mechanische Eigenschaften sicherstellt.

Zahnstangen aus C45 direkt vom Hersteller

Gefräste Zahnstangen aus C45 in Qualität 8, Modul 2 bis 4, Länge 1000 mm – ab Lager oder nach Zeichnung. WSP Präzision fertigt seit über 30 Jahren in Deutschland, zertifiziert nach DIN EN ISO 9001:2015.