Beim Zahnstangenkauf entscheidet nicht nur Werkstoff und Modul, sondern auch das Herstellverfahren über die spätere Performance. Die beiden gängigsten Varianten: spanend gefräste und umformend gezogene Zahnstangen. Wir zeigen die Unterschiede – und wann sich welcher Weg lohnt.
Wie entstehen die beiden Varianten?
Gefräste Zahnstangen werden aus dem vollen Material gearbeitet: Ein Profilfräser schneidet jede Zahnlücke einzeln nach dem Bezugsprofil der DIN 867. Das Verfahren erlaubt enge Toleranzen bei Teilung und Zahnform – typisch ist Verzahnungsqualität 8 nach DIN 3962, bei Bedarf auch 7 oder 6.
Gezogene Zahnstangen entstehen umformend: Das Zahnprofil wird beim Kaltziehen des Profilstahls miterzeugt. Das ist in großen Stückzahlen günstig, die erreichbare Genauigkeit liegt aber meist nur bei Qualität 10 – mit größeren Teilungs- und Profilabweichungen sowie den typischen Eigenspannungen kaltgezogenen Materials.
Der Vergleich im Detail
Genauigkeit und Laufruhe: Teilungsfehler machen sich als Ungleichförmigkeit im Vorschub und als Laufgeräusch bemerkbar. Eine gefräste Q8-Verzahnung läuft spürbar ruhiger und positioniert wiederholgenauer als eine gezogene Q10-Verzahnung. Für Positionierachsen ist gefräst deshalb die klare Empfehlung.
Verschleiß: Präzisere Zahnflanken bedeuten gleichmäßigere Kraftverteilung im Eingriff – die Flankenpressung konzentriert sich nicht auf einzelne Kontaktpunkte. Gefräste Verzahnungen erreichen dadurch bei gleicher Last die längere Lebensdauer.
Geradheit und Verzug: Kaltgezogenes Material enthält Eigenspannungen, die sich beim Ablängen oder Bohren als Verzug entladen können. Gefräste Zahnstangen aus normalisiertem C45 C+N sind hier deutlich gutmütiger – wichtig, wenn Sie Befestigungsbohrungen selbst einbringen.
Kosten: Gezogene Zahnstangen sind in der Massenware günstiger. Sobald jedoch Genauigkeit, Laufruhe oder Sonderabmessungen gefragt sind, relativiert sich der Preisvorteil schnell – Nacharbeit und früherer Verschleiß kosten mehr, als der Einkauf spart.
Wann welches Verfahren?
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Gezogen genügt: einfache Verstellungen, Handantriebe, untergeordnete Funktionen ohne Genauigkeitsanspruch.
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Gefräst ist Pflicht: Positionierachsen, Automatisierung, Werkzeugmaschinen, Dauerbetrieb, alles mit definierter Wiederholgenauigkeit – und immer dann, wenn die Zahnstange ein tragendes Element Ihrer Maschinenperformance ist.
Bei WSP Präzision fertigen wir ausschließlich gefräst: Jede Zahnstange entsteht spanend auf Zahnstangenfräsmaschinen und wird im Rahmen unserer Zertifizierung nach DIN EN ISO 9001:2015 geprüft.
Mehr zum Werkstoff selbst: Warum C45 für Zahnstangen ideal ist.
Häufige Fragen
Erkenne ich den Unterschied mit bloßem Auge? Oft ja: Gefräste Zahnlücken zeigen ein sauberes, gleichmäßiges Zerspanungsbild; gezogene Profile wirken glatter, haben aber sichtbare Kantenverrundungen und ungleichmäßigere Teilung.
Sind gefräste Zahnstangen härtbar? Ja – die Verzahnung aus C45 kann induktiv gehärtet werden. Auch geschliffene Ausführungen in Qualität 7 und 6 fertigen wir auf Anfrage.
Gibt es gefräste Zahnstangen auch in Sonderabmessungen? Als Hersteller fertigen wir nach Zeichnung: Sonderquerschnitte, Sonderlängen und Werkstoffe wie 42CrMo4, Toolox oder Edelstahl.
Gefräste Qualität direkt vom Hersteller
Alle gefrästen Zahnstangen in Qualität 8 – Modul 2 bis 4, C45, Edelstahl oder POM – finden Sie in unserem Shop. Made in Germany, seit über 30 Jahren.